Dr. med. dent. Walter M. Eggerath | Dr. med. dent. Jobst W. Eggerath MDS

So verhalten Sie sich im Notfall

Zahnärztlicher Notfall

Im Falle eines akuten zahnärztlichen Notfalls außerhalb unserer Sprechzeiten können Sie die zentrale Notdienst-Nummer für den Rhein-Erft-Kreis wählen:

01805-986700

Beachten Sie bitte, dass im Notdienst keine regulären Zahnbehandlungen durchgeführt werden können. Der Notdienst ist allein für akute Notfälle eingerichtet. In vielen Fällen können Ihnen die unten genannten Tipps einen Anruf beim Notzahnarzt ersparen.

Was kann ich selber im Notfall tun?

Die hier genannten Tipps basieren auf unserer Erfahrung aus über dreißig Jahren Notdienst in der Praxis für Zahngesundheit. Da wir Sie aber hier durch unsere Homepage nicht untersuchen, nach evtl. Medikamenten fragen, oder die Stärke Ihres Schmerzes einschätzen können, müssen wir Sie darauf hinweisen, dass wir keine Gewährleistung für den Inhalt sowie keine Haftung für gegebenenfalls entstehende Schäden geben können. Die unten aufgeführten Hinweise sollten einen Besuch beim Zahnarzt also nicht ersetzen!

Sind es überhaupt Zahnschmerzen?

Es gibt Krankheiten, bei denen es sich so anfühlt, als hätte man Zahnschmerzen. Zu diesen Krankheiten gehören am häufigsten Erkrankungen der Nasennebenhöhlen, also Kieferhöhle, Stirnhöhle und Nasenhöhle. Ein einfacher Test hilft: Beugen Sie sich mit dem Oberkörper nach vorne und schauen Sie ob der Schmerz schlimmer wird. Wenn ja, suchen Sie einen Hals- Nasen- Ohrenarzt auf. Das gleiche gilt, wenn Sie den Schmerz beim Bücken stärker spüren.

Welche Medikamente helfen gegen Zahnschmerzen?

Viele Schmerztabletten können bei Zahnschmerzen helfen, am geläufigsten sind Paracetamol, Ibuprofen und Aspirin. Aber Vorsicht: Aspirin sollten man nicht nach zahn-chirurgischen Eingriffen wie Extraktionen, Wurzelspitzenresektion oder Implantation nehmen, es sei denn sie wären von Ihrem Hausarzt explizit verordnet worden! Das liegt daran, dass Aspirin das Blut verdünnt und somit eine erhöhte Blutungsneigung entsteht. Nach einer genauen Dosierung müssen Sie ihren Arzt, Zahnarzt oder Apotheker fragen.

Häufig auftretende Notfälle im Zusammenhang mit Zähnen oder dem Mund

Schmerzen nach einem zahn-chirurgischen Eingriff oder einer Zahnextraktion

Ein „Wundschmerz“ nach einer Extraktion, einer Wurzelspitzenresektion, einer Implantation oder einem anderen chirurgischen Eingriff an den Zähnen ist bis zu einem gewissen Grad normal. Aus diesem Grund gibt Ihnen der Zahnarzt auch eine Schmerzmittel mit, oder schreibt ein Rezept für ein Schmerzmittel auf. In der Regel verbessert sich die Schmerzsituation nach den ersten 24 Stunden, in wenigen Fällen kann es aber auch bis zu einer Woche anhalten.

Schwellung im Gesicht („Dicke Backe“)

Schwellungen, die von den Zähnen ausgehen und eine „dicke Backe“ verursachen, sind häufig Folge einer akuten bakteriellen Infektion. Wichtig ist es zu verhindern, dass sich eine solche Infektion weiter über die Weichteile ausbreitet. Steht eine solche Schwellung im Zusammenhang mit Fieber und oder Übelkeit suchen Sie sofort einen Zahnarzt auf. Da es notwendig sein kann ein Antibiotikum zu verschreiben, überlegen Sie bitte, ob bei einen Allergien gegen eine Antibiotikum vorliegen und sagen Sie es dem Zahnarzt unbedingt! So eine Schwellung geht nicht von alleine zurück. Vermeiden sie körperliche Anstrengungen und meiden Sie Wärme (Sauna, Sonnenbank, etc.).

Es können auch Entzündungen oder Verstopfungen einer Speicheldrüse oder auch Muskelverspannungen zu einer Schwellung im Kieferbereich führen. Ein Zahnarzt kann das genauer abgrenzen.

Nachblutungen nach einem zahn-chirurgischen Eingriff

Nach einem chirurgischen Eingriff im Mund kann es manchmal zu Nachblutungen kommen. Dafür gibt es eine Reihe verschiedener Ursachen. Häufiger tritt eine Nachblutung zwei bis drei Stunden nach z.B. einer Zahnextraktion auf. Ursache ist das Nachlassen der Betäubung und in dem Zusammenhang das Nachlassen eines Zusatzstoffes im Betäubungsmittel, nämlich dem Adrenalin. Der Adrenalin-Zusatz im Betäubungsmittel sorgt für ein Zusammenziehen der Blutgefäße im Extraktions- / Chirurgiebereich damit das Betäubungsmittel länger vor Ort bleibt und die Behandlung schmerzfreier bleibt. Eine Nebenwirkung ist, dass es während des Eingriffs weniger blutet. Lässt also die Betäubung nach ein paar Stunden nach, erweitern sich auch die Gefäße wieder und es kann noch einmal zu einer kleinen Blutung kommen, die in der Regel auch bald wieder aufhört. Oft sieht es so aus, als ob es viel nachblutet. Das liegt meistens daran, dass ein einziger Tropfen Blut hundert Tropfen Speichel rot färbt. Meist ist es mehr roter Speichel als Blut, den man sieht, wenn man ins Waschbecken ausspuckt. Blut im Mund schmeckt nicht gut und wenn man zuviel schluckt, kann es sein, dass einem schlecht wird. Spucken Sie also lieber in eine Tasse oder eine anderes Gefäß, als das Blut zu schlucken.

Kommt es erst nach einem halben oder ganzen Tag zu einer Nachblutung, so kann das Anzeichen für eine Wundheilungsstörung sein. Grund hierfür können zum einen ein Fehlverhalten des Patienten sein, also z.B. ständiges Ausspülen der Wunde mit Wasser, erhöhte körperliche Anstrengung, Sonnenexposition oder ein Saunabesuch. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Blutpfropf, der sich auf der Wunde gebildet hat, zerfallen ist und es so wieder anfängt zu bluten. Dies kann kommen, wenn eine Erkältung vorliegt, oder das Immunsystem beeinträchtigt ist. Natürlich können auch blutverdünnende Medikamente wie Marcumar, Aspirin etc. Nachblutungen verursachen. Aus diesem Grund soll auch auf Aspirin als Schmerzmittel nach chirurgischen Eingriffen verzichtet werden. ACHTUNG! Bitte nehmen Sie selbstständig keine Veränderung Ihrer Medikamenteneinnahme vor, ohne mit einem Arzt Rücksprache gehalten zu haben.

Falls es schon zu einer Nachblutung gekommen ist, so vermeiden Sie bitte körperliche Anstrengung und den Verzehr alkoholischer sowie koffeinhaltiger Getränke. Nehmen Sie ein Taschentuch, falten Sie es und beißen Sie ca. eine halbe Stunde fest darauf. Ein zu häufiges Ausstauchen des Taschentuchs gegen ein neues kann auch die Blutung anregen. Deshalb versuchen, es mindestens eine halbe Stunde vor einem erneuten Tausch drin zu lassen.

Lässt sich die Blutung dadurch nicht stillen, müssen Sie einen Zahnarzt aufsuchen!