Dr. med. dent. Walter M. Eggerath | Dr. med. dent. Jobst W. Eggerath MDS

Biss

Das Aufeinandertreffen der oberen und unteren Zahnreihen. Je nach Ausprägung der einzelnen Kiefer und Lage zueinander, ergeben sich versch. Formen des Zusammenbisses, wobei nicht regelrecht zusammentreffende Kiefer («Bissanomalien») häufig anzutreffen sind:

  • normaler Biss – eugnather Biss
    ein nach den anatomischen Regeln ausgebildetes u. geformtes natürliches Gebiss; regelrechter Zahnzusammenbiss mit Neutralbiss. Geringes Hervorragen des Mittelgesichts; gekennzeichnet u.a. durch den Profilwinkel (Winkel zwischen Ohr-Augen-Ebene und der Verbindungslinie der Nasenwurzel mit dem Oberkiefer-Zahnfachrand in der Mittelebene). Das Kiefergelenkköpfchen befindet sich an dem am weitesten hinten und oben gelegenen Scharnierachsenpunkt.
  • Rückbiss – Prognathie
    Vorstehen des Oberkiefers. Ähnlich wie bei der Progenie unterscheidet man die echte P. , bei welcher der Oberkiefer im ganzen zu groß oder vorverlagert ist, von den Formen, bei welchen entweder die Schneidezähne allein oder zusammen mit dem Alveolarknochen nach vorn verbogen sind (z.B. Lutschprotrusion); eine seltenere Form stellt der angeborene zu kleine Unterkiefer dar. Eine diagnostisch sichere Abgrenzung ist bei den versch. Protrusionsformen nur durch eine Fernröntgenbildanalyse möglich.
  • Vorbiss – Progenie
    die unteren Frontzähne beißen über die oberen, das Kinn und die Unterlippe sind im Profil prominent («Habsburgerlippe», «Habsburgerkinn»).

Bei der P. wird zwischen der echten Progenie – welche vererbt ist – und der unechten Progenie (Pseudoprogenie) unterschieden. Letztere wird durch einen zu kleinen Oberkiefer (Retrognathie, Mikrognathie) bei normalem Unterkiefer verursacht. Daneben kennt man noch den sog. progenen Zwangsbiss, bei welchem einzelne oder alle unteren Schneidezähne durch Zahnfehlstellungen hinter die oberen Zähne beißen. Häufig lassen sich echte und unechte Progenie diagnostisch nur durch eine Fernröntgenbildanalyse möglich.