Was genau ist eine Zahnkrone?
Im folgenden Interview erklärt Zahnarzt Dr. Eggerath, wann eine Krone sinnvoll ist, wie die Behandlung abläuft und welche Vor- und Nachteile diese Form des Zahnersatzes mit sich bringt.
Herr Dr. Eggerath, was genau versteht man unter einer Zahnkrone?
Eine Zahnkrone ist eine festsitzende Form des Zahnersatzes. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Zahn so stark beschädigt ist, dass eine Zahnfüllung nicht mehr ausreicht, um ihn dauerhaft zu erhalten. Die Krone fungiert als schützende Hülle. Sie ist der ursprünglichen Zahnform nachempfunden und wird auf den vorbereiteten Zahnstumpf fest aufgesetzt. Dadurch entsteht wieder eine stabile, statische Einheit – der Zahn wird funktionell und ästhetisch vollständig wiederhergestellt.
Wann ist eine Zahnkrone überhaupt notwendig?
Eine Krone kommt immer dann infrage, wenn ein Zahn so stark geschädigt ist, dass eine einfache Füllung nicht mehr ausreicht. Das betrifft häufig Zähne mit großen Kariesdefekten, nach einer Wurzelbehandlung oder bei stark abgebrochenen Zahnstrukturen.
Fehlt mehr als etwa die Hälfte der natürlichen Zahnsubstanz, steigt das Risiko für Frakturen erheblich. In solchen Fällen bietet eine Krone die langfristig sicherere Lösung. Ziel ist es, die Stabilität wiederherzustellen und den Zahn langfristig zu erhalten. Eine Krone umschließt den Zahn wie eine schützende Hülle und stellt sowohl Funktion als auch Ästhetik wieder her.
Wie läuft eine Zahnkronenbehandlung in Ihrer Zahnarztpraxis ab?
Für das Einsetzen einer Zahnkrone sind in der Regel zwei Termine ausreichend. Gerne erläutere ich Ihnen im Folgenden Schritt für Schritt, wie die Behandlung konkret abläuft und was Sie dabei erwartet.
Erster Termin: Vorbereitung der Zahnkrone
Zu Beginn der Behandlung wird der betroffene Zahn in der Regel unter örtlicher Betäubung vorbereitet, sodass der Eingriff für den Patienten schmerzfrei verläuft. Dabei entfernt der Zahnarzt sorgfältig alle kariösen oder geschädigten Anteile der Zahnsubstanz. Anschließend wird der Zahn so in Form gebracht, dass die spätere Krone exakt darauf passt und einen sicheren Halt erhält. Diese sogenannte Präparation schafft die Grundlage für eine stabile und langlebige Versorgung. Im nächsten Schritt erfolgt die Abformung beider Kiefer – entweder klassisch mit Abdruckmaterial oder mittels digitalem Scan. Auf Basis dieser Daten wird die individuelle Krone angefertigt.
Bis zur Fertigstellung erhält der Patient eine provisorische Krone, die den Zahn schützt und die Funktion im Alltag sicherstellt. Die Herstellung der endgültigen Krone im Meisterlabor dauert in der Regel etwa 10 bis 14 Tage.
Zweiter Termin: Einsetzen der Krone
Beim zweiten Termin wird die im Labor gefertigte Zahnkrone eingesetzt. Zunächst überprüft der Zahnarzt sorgfältig die Passform, den Sitz am Zahnrand sowie die Kontaktpunkte zu den Nachbarzähnen. Ebenso wird kontrolliert, ob der Biss korrekt eingestellt ist und die Krone sich funktionell harmonisch in das Gebiss einfügt. Auch die ästhetische Wirkung – insbesondere Farbe und Form – wird nochmals beurteilt. Sind alle Kriterien erfüllt, wird die Krone dauerhaft auf dem vorbereiteten Zahnstumpf befestigt.
Zur zusätzlichen Sicherheit erfolgt in vielen Fällen nach etwa 10 bis 14 Tagen eine Nachkontrolle. Dabei wird überprüft, ob sich die Krone im Alltag bewährt hat und ob Funktion, Tragegefühl und Zahnfleischreaktion unauffällig sind.
Vereinbaren Sie jetzt einen Termin in unserer Praxis. Wir nehmen uns Zeit für eine fundierte Einschätzung und eine Lösung, die funktionell und ästhetisch zu Ihnen passt.
Welche Materialien stehen für Zahnkronen zur Verfügung?
Für die Anfertigung von Zahnkronen stehen heute verschiedene Materialien zur Verfügung, die je nach funktionellen Anforderungen, ästhetischem Anspruch und Position des Zahns im Mund ausgewählt werden.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen folgenden Varianten:
Vollkeramikkronen bestehen vollständig aus Keramik und sind besonders zahnfarben. Sie zeichnen sich durch eine sehr natürliche Lichtdurchlässigkeit aus und wirken optisch nahezu identisch mit einem echten Zahn. Daher eignen sie sich besonders gut für den Frontzahnbereich.
Zirkonoxidkronen bestehen aus einem hochfesten keramischen Werkstoff. Sie verbinden eine hohe Stabilität mit einer sehr guten Ästhetik und sind ebenfalls zahnfarben. Zirkon wird häufig sowohl im Front- als auch im Seitenzahnbereich eingesetzt, da es hohen Kaubelastungen standhält.
Metallkeramikkronen verfügen über ein Metallgerüst, das mit Keramik verblendet wird. Sie gelten als bewährte und stabile Lösung, insbesondere bei stark belasteten Backenzähnen. Ästhetisch sind sie solide, jedoch weniger lichtdurchlässig als Vollkeramik.
Vollgusskronen, beispielsweise aus Gold, bestehen vollständig aus Metall. Sie sind äußerst langlebig und sehr präzise anpassbar, werden heute jedoch vor allem im nicht sichtbaren Bereich eingesetzt, da sie optisch deutlich erkennbar sind.
Im sichtbaren Bereich empfehlen wir in der Regel vollkeramische oder Zirkon-Kronen, da sie sich farblich optimal an die natürlichen Zähne anpassen lassen und ästhetisch kaum von diesen zu unterscheiden sind.
Welche Vorteile bietet eine Zahnkrone und gibt es auch Nachteile oder Einschränkungen?
Ganz klar, jede Therapieform muss individuell abgewogen werden. Daher berate ich meine Patentinnen und Patienten immer individuell, denn jede Zahnsituation ist unterschiedlich. Wichtig ist, frühzeitig zu handeln, bevor ein Zahn irreparabel geschädigt ist. Eine Krone bedeutet heute keinen großen Eingriff mehr, sondern ist eine bewährte, sichere Methode, um Zähne langfristig zu erhalten – funktional und ästhetisch.


Welche Alternativen gibt es zur Zahnkrone?
Wenn noch ausreichend Zahnsubstanz vorhanden ist, können Inlays oder Onlays eine minimalinvasivere Lösung darstellen. Ist der Zahn jedoch strukturell deutlich geschwächt, bietet die Krone die stabilste und langfristig sicherste Versorgung.
Fazit
Eine Zahnkrone ist die optimale Versorgung, wenn ein Zahn strukturell geschwächt ist und langfristig stabilisiert werden muss. Sie ummantelt den Zahn vollständig, stellt seine ursprüngliche Form wieder her und sorgt für funktionelle Sicherheit sowie eine ästhetisch harmonische Einbindung ins Gebiss. Dank moderner Materialien und präziser Laborfertigung bietet die Krone heute eine langlebige, stabile und optisch nahezu unsichtbare Lösung.
Über den Experten
Dr. med. dent. Jobst W. Eggerath MDS steht für wissenschaftlich fundierte, international geprägte Zahnmedizin auf höchstem Niveau. Nach seinem Studium in Witten/Herdecke promovierte er mit summa cum laude und absolvierte eine dreijährige postgraduale Ausbildung zum Master of Dental Surgery (MDS) in Periodontology an der Universität Otago in Neuseeland – ausgezeichnet mit Distinction.
Als Spezialist der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie und Mitglied renommierter nationaler wie internationaler Fachgesellschaften verbindet er fundierte Expertise in Implantologie und Parodontologie mit moderner, evidenzbasierter Zahnmedizin.
Häufige Fragen zum Thema Zahnkrone
Tut das Beschleifen für eine Krone weh?
Nein. Die Behandlung erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung und ist schmerzfrei. Nach dem Eingriff kann es vorübergehend zu leichter Empfindlichkeit kommen, die meist schnell abklingt.
Was passiert, wenn sich eine Krone löst?
Eine gelockerte oder herausgefallene Krone sollte zeitnah wieder eingesetzt werden. Der Zahn darunter ist ungeschützt und kann empfindlich reagieren. In vielen Fällen kann die bestehende Krone erneut befestigt werden.
Verfärbt sich eine Zahnkrone mit der Zeit?
Hochwertige Keramik verfärbt sich in der Regel nicht. Natürliche Zähne können sich jedoch im Laufe der Jahre farblich verändern, wodurch Unterschiede sichtbar werden können.
Wie pflege ich eine Zahnkrone richtig?
Eine Krone wird wie ein natürlicher Zahn gepflegt:
Zweimal täglich gründliches Zähneputzen
Verwendung von Zahnseide oder Interdentalbürsten
Regelmäßige professionelle Zahnreinigung
Besonders wichtig ist die Reinigung am Kronenrand, um Sekundärkaries zu vermeiden.
Wie lange hält eine Zahnkrone?
Bei guter Mundhygiene und regelmäßiger Kontrolle kann eine Krone 10 bis 20 Jahre oder länger halten. Entscheidend sind Pflege, Materialwahl und individuelle Belastung.